Rechtliche Herausforderungen im deutschen Glücksspielsektor bleiben ungelöst
Geschrieben von Rosa Foster · 12.7.2026

Rechtliche Herausforderungen im deutschen Glücksspielsektor bleiben ungelöst

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) verweist zentrale Fragen zur Haftung von Glücksspielanbietern für Spielerverluste weiterhin an nationale Gerichte, wodurch anhaltende Unsicherheiten bei Erstattungsansprüchen und der Gültigkeit von Verträgen vor 2021 bestehen bleiben und dies gilt sowohl für den deutschen als auch für vergleichbare Märkte wie Österreich.
Die aktuelle Position des Europäischen Gerichtshofs
Beobachter verfolgen seit längerer Zeit, wie der EuGH in Verfahren zur Betreiberhaftung Entscheidungen nicht selbst trifft, sondern die Zuständigkeit an nationale Instanzen abgibt und diese Vorgehensweise führt dazu, dass grundlegende Rechtsfragen zu Spielerverlusten weiterhin offen bleiben, während in Deutschland und Österreich parallel laufende Verfahren auf eine Klärung warten.
Experten haben festgestellt, dass diese Deferenz an nationale Gerichte die Bearbeitung von Erstattungsklagen verzögert und Betreiber sowie Spieler gleichermaßen in einer Situation belässt, in der die Rechtslage unklar ist, weil unterschiedliche Auslegungen des Glücksspielstaatsvertrags und europäischer Vorgaben aufeinandertreffen.
Unklare Erstattungsansprüche und ihre Folgen
Recherchen zeigen, dass zahlreiche Klagen auf Rückerstattung von Verlusten aus der Zeit vor der vollständigen Umsetzung neuer Regelungen in Deutschland eingereicht wurden und der EuGH hat in mehreren Fällen betont, dass nationale Gerichte die konkrete Haftung prüfen müssen, was zu unterschiedlichen Urteilen in den Bundesländern führt.
Und während in einigen Verfahren bereits Teilerfolge für Spieler erzielt wurden, bleiben viele andere Fälle offen, weil die Kriterien für eine mögliche Haftung der Anbieter noch nicht einheitlich definiert sind, sodass Betreiber mit erheblichen finanziellen Risiken konfrontiert sind und gleichzeitig Spieler auf eine verbindliche Entscheidung warten.
Gültigkeit von Verträgen vor 2021
Die Gültigkeit von Verträgen, die vor 2021 geschlossen wurden, stellt einen weiteren zentralen Streitpunkt dar, da nationale Gerichte prüfen müssen, ob diese Verträge unter den damaligen Regelungen rechtmäßig waren oder ob sie nachträglich angefochten werden können und der EuGH hat diese Bewertung ausdrücklich den Mitgliedstaaten überlassen.
Studien und Analysen von Branchenorganisationen belegen, dass in Deutschland und Österreich die Anzahl solcher Altverträge beträchtlich ist und dies zu einer Vielzahl von Verfahren führt, bei denen die Frage der Rückabwicklung im Mittelpunkt steht, während eine europaweite Harmonisierung derzeit nicht in Sicht ist.

Auswirkungen auf Deutschland und Österreich
In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht sowie verschiedene Oberlandesgerichte bereits erste Entscheidungen getroffen, die jedoch nicht überall einheitlich ausfallen, und in Österreich laufen ähnliche Verfahren, bei denen die nationale Rechtsprechung die vom EuGH überlassenen Fragen bearbeitet, was zu unterschiedlichen Ergebnissen in beiden Ländern führen kann.
Vertreter von Regulierungsbehörden und Branchenverbänden weisen darauf hin, dass diese Situation die Planungssicherheit für Anbieter einschränkt und gleichzeitig Spieler in Ungewissheit lässt, ob ihre Ansprüche erfolgreich durchgesetzt werden können, während der Gesetzgeber in beiden Ländern weiterhin an einer Anpassung der nationalen Regelungen arbeitet.
Und obwohl der EuGH in früheren Urteilen Grundsätze zum Verbraucherschutz und zur Dienstleistungsfreiheit festgelegt hat, bleibt die konkrete Anwendung auf Glücksspielverträge den nationalen Instanzen überlassen, was zu einer fragmentierten Rechtslage innerhalb der Europäischen Union führt.
Internationale Perspektiven und vergleichbare Entwicklungen
Vergleiche mit anderen Märkten, etwa in Kanada oder Australien, zeigen, dass nationale Gerichte dort ähnliche Haftungsfragen bereits entschieden haben und Behörden wie die Canadian Gaming Association oder australische Regulierungsstellen haben Leitlinien veröffentlicht, die Anbietern und Spielern mehr Klarheit bieten, während in Europa diese Harmonisierung noch aussteht.
Berichte von Forschungseinrichtungen wie dem Europäischen Institut für Glücksspielstudien deuten darauf hin, dass die Deferenz des EuGH an nationale Gerichte langfristig zu einer stärkeren Differenzierung der Märkte führen könnte, wobei Deutschland und Österreich als Beispiele für diese Entwicklung dienen.
Fazit
Die anhaltende Überweisung von Entscheidungen durch den EuGH an nationale Gerichte hat in Deutschland und Österreich eine Reihe offener Fragen zu Erstattungsansprüchen und der Gültigkeit vor 2021 geschlossener Verträge hinterlassen und diese Situation wird voraussichtlich auch in den kommenden Monaten bestehen bleiben, während die betroffenen Parteien auf weitere Urteile warten. Weitere Informationen finden sich auf Seiten wie der EuGH-Datenbank und Berichten von European Gaming.